Traces In Jazz II

aus: CD-Reihe des Fachbereichs Musik, 2012

Bezug via publications@hkb.bfh.ch, CHF 15.– inkl. Versand

Jazz – ein offenes Label
Von Valérie Portmann, Leiterin Studienbereich Jazz

„Patchwork Heart“ – eine gesungene Familienbiographie; die Farbe des Regens – beschrieben in der wunderschönen Ballade „Sag mir“; ein Schwyzerörgeli-Trio in überraschender Manier; zarte und fragile Improvisationen oder überschäumende Klangkaskaden; Kompositionen an der Nahtstelle zu zeitgenössischer Kunstmusik; wilde Samples und ebensolche Elektronik… das erwartet die Hörerinnen und Hörer auf der vorliegenden CD. Es ist eine faszinierende musikalische Vielfalt, die heute unter dem Label „Jazz“ möglich geworden ist.

2010 war das erste Jahr der Masterabschlüsse an der Hochschule der Künste Bern seit der Umsetzung der Bildungsreform „Bologna“. Der vorliegende Sampler – bereits der zweite seiner Art – dokumentiert einen Teil des Schaffens von Studierenden in den Vertiefungen Master Performance, Master Composition & Arrangement sowie herausragende Beispiele von Bachelorabschlüssen. Den Stücken gemeinsam ist die Suche nach neuen Spielformen und Instrumentierungen, Klangkörpererweiterungen mit jazzuntypischen Instrumenten wie Schwyzerörgeli, Oud und Harfe oder der Gebrauch von Elektronik und Sampling. Es kommen auch unterschiedlichste Improvisationstechniken zum Tragen, die sich einerseits auf die traditionelle Harmonik beziehen, andererseits ihren Ausdruck im freien Spiel und in Klangfarben suchen und da ungewohnte und überraschende Muster entwerfen.

Viele der auf dieser CD vorgestellen Ensembles haben sich während der Ausbildung formiert, arbeiten schon mehrere Jahre zusammen und existieren erfahrungsgemäss weiter über die Studienzeit hinaus. Einige davon sind bereits an Wettbewerben ausgezeichnet worden, haben Labels gefunden, spielen auf Festivalbühnen und in Clubs und haben sogar den Schritt in aussereuropäische Regionen geschafft. Diese erfreulichen Resultate bestätigen unsere Ausbildungsprogramme, die wir laufend diskutieren, anpassen und erweitern. Als Hochschule bleiben wir dabei der Traditionswahrung verpflichtet, wir verstehen uns aber gleichzeitig als experimentelle Zone, in der Offenheit für das Ungesicherte und die Suche nach dem Neuen gefördert werden.

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